[http://www.lmsoft.com/] Nach 1- 2 weiteren Tagen mit dieser munteren Gruppe ging es dann mit ihrem Bus wieder nach Klausenburg - der Zivilisation entgegen. Es war sicher eine sehr anstrengende und durch unsere Unerfahrenheit auch gefährliche Tour, doch die Erinnerung daran bereitet mir noch heute, nach über 30 Jahren immer wieder Freude. Erst jetzt, nachdem ich manche dieser Wege mit den eigenen Kindern im Sommer wieder zurückgelegt habe, wird die Frage in mir wach: Wieso ist es uns damals trotz hohem Schnee immer wieder gelungen, die miserablen Wegmarkierungen zu finden. Welch ein Glück, dass wir nicht ständig in die Irre gelaufen sind!
Bald war mein Bruder völlig am Ende seiner Kräfte und da es auch schon auf den Abend zuging, mussten wir einen Zeltplatz finden. Aber wie macht man das an einem steilen Hang von 30 - 40° Steigung?? Schließlich fanden wir einen Platz unter einer großen alten Tanne, unter der nur wenig Schnee lag. Oberhalb vom Baumstamm legten wir ein paar tote Stämmchen, die in der Nähe herumlagen zu einer kleinen Plattform zusammen, stellten darüber das Zelt krumm und schief auf. Dann wurden unsere schweren, aber dieses mal sehr nützlichen Luftmatratzen aufgeblasen und kamen ins Zelt. Dann zogen wir alle Kleider übereinander, die wir mit hatten, setzten Mützen auf und zogen Handschuhe an und krochen in unsere Schlafsäcke. 2. Tag: Trotz allem blieb es eine kurze Nacht, um 5 Uhr morgens weckte uns die unerbittliche Kälte. Wir zogen uns zähneklappernd an, rannten etwas im Schnee herum, um warm zu werden und machten dann ein Feuer an. Darauf wurde im Ceaun eine Menge Schnee geschmolzen, bis es reichte um einen Tee aus Tannenspitzen, Blaubeerblättern und ähnlichen Kräutern zu brauen. Es war köstlich, wieder richtig warm zu werden. Nach dem Frühstück packten wir das Zelt wieder ein und mit frischen Kräften ging es den Steilhang hoch, bis wir auf das Plateau von Onceasa gelangten.
Am Ende des Forstweges ging es rechts den Hang steil bergauf, so dass wir mit unseren Rucksäcken gewaltig ins Schnaufen kamen. Außerdem war es wohl die Nordseite des Tals, oder aber das Tal war da schon so eng, dass kaum die Sonne mal hineinschien. Jedenfalls führte unser Weg bergauf durch bauch- bis hüfthohen Schnee! Und zu allem Überfluss waren auch die Markierungen kaum mehr irgendwo zu sehen.
Wir schlugen den Weg über die Alun-Höhle, eine etwas versteckt liegende Tropfsteinhöhle ein. Zunächst folgten wir einem leicht ansteigenden Forstweg. Links davon liegt die Tropfsteinhöhle, der wir aber nur einen kurzen Besuch abstatteten, da wir sie von früheren Besuchen her schon gut kannten.
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Es sollte eigentlich eine normale Frühjahrswanderung durch das Apuseni-Gebirge werden, in der Gegend von Padis;, doch schließlich wurde es eine echte Wintertour.... Wir waren zu zweit unterwegs, mein Bruder, damals 13 und ich, damals 16 Jahre alt. Zwar waren wir erfahrene Wanderer und wir kannten manche Stellen in Padisch diese Tour war jedoch weitgehend Neuland für uns und bot manche unerwartete Überraschung. 1. Tag: Die erste Überraschung war, das je näher wir den Bergen kamen, um so mehr weiß in der Ferne zu sehen war. In Klausenburg hatte es schon seit Wochen keinen Schnee mehr gegeben, es war ja auch schon nach Ostern. Als unsere Eltern uns schließlich bei Ic Ponor, etwa 20km vor Padis; aus dem Auto ließen, war der Schnee bereits knöcheltief. Wir versprachen unseren Eltern, sooft das möglich sein würde, in Hütten zu schlafen, und unser Zelt nur im Notfall zu benutzen, wenn wir nicht bis zu einer Hütte durchhalten würden.
Unfreiwillige Wanderung durchs verschneite Apuseni
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Oben war der Schnee nicht mehr ganz so tief und wir fanden auch bald den Eingang zur Höhle Onceasa, die für zahlreiche Funde von Höhlenbären bekannt war. Wir fanden auch einige schöne Zähne, ob sie nun von Höhlenbären oder bloß gewöhnlichen Bären stammen mochten, habe ich freilich nie genauer untersucht. Dann folgten wir der Markierung über weitgehend ebene Strecken und gelangten nach einigen Stunden zu der zentralen Schutzhütte von Padis;, wo es uns aber nicht gefiel. Da wir noch ein paar Stunden Licht hatten, stiegen wir von dort etwa 1 knappe Stunde ab in eine uns wohlbekannte Lichtung, wo wir Jahr für Jahr ein Ferienlager (im Sommer) besucht hatten. Wir fanden den Vorratskeller, ein zu ¾ unterirdisches Verließ, das mit dicken Grassoden über stabilen Holzkonstruktionen abgedeckt war. Dieser Keller war gerade groß genug, das unser kleines 2-Mannzelt genau hinein passte. So waren wir in dieser Nacht wunderbar geborgen und hatten es so warm, dass wir bis um 11 Uhr ausgeschlafen haben. 3. Tag: Nach dem Frühstück und Rucksackpacken mussten wir den größten Teil des Abstiegs vom Vortag wieder aufsteigen, was uns mit vollem Magen nicht leicht fiel. Unser Weg für den Tag war im Sommer ein 4-Stunden-Weg, im Winter sollten wir jedoch weitaus länger brauchen. Die ersten Stunden hatten wir traumhaftes Sonnenwetter, doch durch die Sonnenwärme hielt die Harschschicht an vielen Stellen nicht mehr. So konnten wir immer mal ein paar Meter weit auf dem Harsch gehen, um dann plötzlich bis zu den Hüften einzusinken. Dann musste man sich mühsam wieder herausarbeiten, der Schnee hielt einen wieder einige Meter um einen dann unvermutet wieder brusttief einsacken zu lassen. Hinzu kam, dass wir in der Sonne mächtig schwitzten und so bald ein schattiges Wegstück kam rasch wieder Pullover und Anorak anziehen mussten. Dann kam wieder ein sonniger Abschnitt - also wieder ausziehen usw. ... Um die Mittagszeit trafen wir auf eine kleine Sommersiedlung von Bergbauern, die Häuser waren unverschlossen. Wir versuchten, uns etwas ähnliches wie Schneeschuhe zu bauen, aber es gelang uns leider nicht, sie fest an die Schuhe zu schnallen, also blieb alles beim alten. Unsere Ausrüstung war sehr schlicht: Ich hatte beispielsweise Gummistiefel an, da ich wohl mit Matsch aber nicht mit Tiefschnee gerechnet hatte. Jedes Mal, wenn ich im Tiefschnee versank, kam frischer Schnee in die Gummistiefel, der nach und nach geschmolzen wurde. Alle halben Stunden blieb ich stehen und leerte das Schmelzwasser aus den Stiefeln... Gegen Abend hatten wir dann noch einen langen Aufstieg, dann ging es durch den Wald abwärts und bei zunehmender Dunkelheit näherten wir uns langsam unserem Ziel - dem Dorf Ghetar bei der Scarisoara. Dort sollten wir auf eine Jugendgruppe der Höhlenforscher aus Klausenburg stoßen, die ein Zeltlager hatten und bei denen wir als später hinzukommende "Gäste" bereits angemeldet waren. Kurz vor dem Ziel waren wir schon recht am Ende unserer Kräfte und mussten schon alle paar hundert Meter eine Pause einlegen. Vor uns erkannten wir plötzlich einige geheimnisvolle Gebilde: Mehrere große, leuchtende Dreiecke, die in der Luft schwebten. Wir trauten unseren Augen kaum. Beim Näherkommen entpuppten sie sich als die Dachbereiche der Zelte unserer Speologengruppe. Die Seitenwände waren aus dunkelblauem Stoff und so sah man von dem Licht der Carbidlampen in den Zelten nur die erleuchteten Dachteile, die aus hellem Material waren und das Licht durchließen. 4. Tag: Nach einer ruhigen Nacht durften wir dann mit den Höhlenforschern in die Eishöhle absteigen und anders als bei normalen Besuchen durften wir auch in die "Reservation" absteigen. An einer Strickleiter ging es etwa 40 m tief an einer Art gefrorenem Wasserfall hinab. Unten gab es dann schöne Tropfsteinformationen zu besichtigen.