[http://www.lmsoft.com/] Als Sfântul Nicolae noch in seinem Dorf lebte, erfuhr er, dass sich langsam ein Unheil ganz in seiner Nähe anbahnte. Ein Vater lebte mit seinen drei Töchtern in großer Armut. Es fehlte ihm sogar an einer Mitgift, um seine Töchter zu verheiraten, denn in dem Hause herrschte schlimme Not. Leider sah der Vater keinen anderen Ausweg aus ihrem gemeinsamen Elend und beschloss, die Töchter zu verkaufen. Als die drei Mädchen von dem Vorhaben ihres Vaters erfuhren, fingen sie heftig an zu weinen und versuchten ihn mit vielen Bitten umzustimmen. Doch der Vater lies sich nicht von seinem bösen Plänen abbringen. So kam es, dass eines Nachts Sfântul Nicolae heimlich zu dem Haus schlich und ein Säckchen voller Goldtaler durchs Fensterlein des ältesten Mädchens warf. Endlich schaffe es diese Tochter nach kurzer Zeit zu heiraten. In den darauf folgenden 2 Jahren wiederholte Mos Nicolae in der gleichen Nacht sein heimliches Spiel und half auch den anderen beiden Mädchen, das elterliche Haus zu verlassen. In einer anderen Legende werden die drei Töchter als sehr fleißige und ordentliche Mädchen beschrieben. An einem Wintertag putzten sie trotz bitterer Kälte das ganze Haus und sorgten für saubere Wäsche. Einen Teil der nassen Bekleidung hängten sie nämlich draußen auf. Als Mos Nicolae ihnen helfen wollte, schlich er nachts zur Wäsche und füllte die Socken und Strümpfe mit Goldtaler. Bis heute hat er seine Angewohnheit beibehalten und so bekommen insbesondere die Kinder, denen sich Sfântul Nicolae nach wie vor nicht zeigen möchte, kleine Geschenke. Neben der Idee sich an diesem Tag zu beschenken, sind im Laufe der Zeit von Dorf zu Dorf verschiedene Traditionen entstanden, um den großzügigen Sfântul Nicolae zu feiern. In Siebenbürgen ist Sfântul Nicolaie der bekannteste unter den Heiligen. Er trug auch dazu bei, dass inzwischen viele, bunte Legenden über ihn entstanden sind. So sagt man zum Beispiel, dass der Winter am 6. Dezember seinen Einzug hat und es schneien wird. Denn Mos Nicolae ist alt und hat einen langen, weißen Bart, den er an diesem Tag richtig durchschüttelt. Folglich muss Schnee kommen. Es wird auch gerne berichtet, dass Mos Nicolae auf einem weißen Pferd geritten kommt, das wiederum die Ankündigung des weißen Wintermonates symbolisiert. An diesem Tag entfaltet sich der Aberglaube zusätzlich noch mit Tricks und kleinen Zaubereien und im Allgemeinen erreichen die Vorraussagen ihren Höhepunkt, weil sogar meteorologische Prognosen erstellt werden. Ob im nächsten Jahr eine reiche Ernte zu erwarten ist, lässt sich aus Zweigen von Obstbäumen ablesen. Die Zweiglein werden einfach in eine Vase mit Wasser gestellt und wenn sie bis zum 1. Januar blühen, freut man sich riesig auf ein gutes Neues Jahr!
Der Ursprung des Brauches mit dem heimlichen und nächtlichen Verteilen der Geschenke an unsere Liebsten, um ihnen eine Freude zu bereiten, ist irgendwo in Uraltzeiten zu finden. Dieser Brauch ist nicht nur in Rumänien bekannt, sondern auch in vielen anderen Ländern. Der Nikolaus soll angeblich im Jahr 280 in der Stadt Patra geboren sein. Später wurde er als Bischof von Myra, dem heutigen Demre in der Türkei, bekannt. Es gibt jedoch eine kurze Geschichte, die zumindest verrät, warum “Sfântul Nicolae”, wie er noch genannt wird, sich nie richtig bei uns Menschen blicken lässt.
Wer erinnert sich nicht oft und gerne an den großen Nervenkitzel, den man als Kind in den frühen Morgenstunden des 6. Dezembers zu spüren bekam? Selbst die Kleinsten wissen schon, dass genau in dieser Nacht Mos Nicolae ans Fenster kommt, um zu sehen, ob alle Kinder brav schlafen, oder ob einige faul und ungehorsam sind. Er hält Ausschau nach den Stiefelchen und überzeugt sich, dass diese sauber und ordentlich an ihrem Platz stehen. Für die artigen Kinder bringt er Geschenke, Süßigkeiten, Äpfel und Nüsse mit und legt sie liebevoll in das kleine Schuhwerk. Die frechen Kinder müssen leider mit einer Strafe rechnen. Die dünnen Zweiglein, welche bronzen, goldfarben oder bunt bemalt sind, und von einer roten Schleife zusammengehalten werden, gibt es inzwischen nicht nur für die unartigen Kindern, sondern für alle Kinder, damit sie immer daran denken, folgsam zu sein.
Mos Nicolae
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