Rumänienadventskalender: 08.12.2007

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Zu Besuch beim Hütchenmacher

Hütchenmacher

In unserem ersten Adventskalender hatte ich schon einmal von einem Besuch bei einem Hutmacher berichtet. Dieser lebt allerdings in Bukarest und macht Filzhüte.

Heute möchte ich eine andere traditionelle Art zur Herstellung einer Kopfbedeckung vorstellen.

Im Sommer sieht man sie manchmal noch, die verwegen schief auf den Köpfen der Maramureşer Männer sitzenden Hütchen, von denen ich immer annahm, dass sie aus Stroh sind. Aber ein Besuch beim Hutmacher in Budeşti zeigte uns, dass es doch ein bißchen anders war.

Hütchenmacher

Das erste was mir auf dem Hof des Künstlers auffiel, war dieses schöne gelbe Motorrad, das eine wichtige Aufgabe hatte, nämlich das Tor zum Schuppen zu verschließen. Nur in der Einheit Motorrad und Schuppentor hatten die beiden Gegenstände einen Sinn. Das Tor schloß nicht ohne das Motorrad und nur wenn das Tor geöffnet werden musste, bekam das Motorrad Bewegung, wenn auch nur einen Meter!

Hütchenmacher Hütchenmacher

Im Schuppen befand sich die Maschine, mit der der Künstler die langen Späne (ca. 1m) aus weichem Holz herstellt, die dann nach einer aufwendigen Bearbeitung weich gemacht und in langen Winterabenden von der Familie zu Zöpfen verflochten werden.

Hütchenmacher

Mit einer sehr alten Spezialnähmaschine werden die Zöpfe dann schneckenförmig aneinander genäht. Dabei beginnt der Hutmacher mit einem ganz kleinen Kreis, der später den Hutboden bildet. Zuerst ist es eine ziemliche Futzelarbeit und wir Touristen staunen nicht schlecht, als aus dem winzigen Kreis eine schöne gleichmäßig runde Scheibe wird.

Hütchenmacher

Für uns wie von Geisterhand und ziemlich schnell formt sich dann der Hutkörper gleichmäßig zu einem hübschen Maramureşer Hütchen und wird noch mit einem traditionellen Band geschmückt.

Hütchenmacher Hütchenmacher

Der Meister lässt sich auch von den neugierigsten Besuchern nicht stören und präsentiert uns stolz sein neustes Meisterstück.

Hütchenmacher

Zum Abschied gab es noch leckere Ţuica, mit der wir auf die Gesundheit des Meisters anstießen und uns dabei wünschten, dass er noch lange dieses vom Aussterben bedrohte Handwerk ausüben kann.

© by Gudrun Pauksch

 

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