Ramet ... immer wieder Ramet

Ein Bericht von Wilhelm Scherz / www.karpatenwilli.com

 

Vorwort ...

Es ist der 06.11.2015 ... Hans-Ulrich Schwerendt und meine Wenigkeit sitzen auf dem Vf. Lat (1048 m). Unser Blick führt gen Nord hinweg über die Cheile Manastirii auf den fernen Vf. Plesii (1250 m). Auf halber Höhe rechts der absteigenden Felsflanken sieht man die Häuser des Gemeindezentrums der Comuna Ramet. Mit großer Wehmut blicken wir hinüber, hatten wir doch erst wenige Tage zuvor dort wunderschöne Ausflüge mit Alba Cornel unternommen. Seit Jahren sind wir dort immer wieder zu Besuch und kehren stets mit traumhaften Erlebnissen heim. Comuna Ramet ... das ist mittlerweile für uns so etwas wie die Schatzkiste eines traditionellen Kulturraumes; eines bergbäuerlichen Refugiums; eines landschaftlichen Paradieses jenseits des hektischen "EU-risierten" siebenbürgischen Beckens ... Ein Märchenland ganz ohne Gleichen! Kein Tourismusunternehmen und auch nicht die zumeist "siebenbürgisierten" Reisebücher weisen auf diesen Landstrich hin, der mit nichts in der Welt zu vergleichen ist. Vielleicht liegt das an den "Broten der Vergessenheit", aber dazu kommen wir noch ... Drum liebe Rumänienadventskalenderbesucher tretet ein in diese andere ferne Welt, die uns eigentlich so nah ist ...

 

Die Anreise ...

Bei einer Anreise im Monat November braucht man in jedem Falle hohen Beistand beim Herrgott, um  den statistischen Wetterwerten in Hinsicht auf niedrige Temperaturen und hohe Niederschläge zu trotzen. Deswegen war eines unserer ersten wichtigen Ziele in der Valea Ponor (Nachbargemeinde der Comuna Ramet) das Nonnenkloster Manastirea Sf. Spiridon. Hier kommen um diese Jahreszeit kaum Touristen vorbei und wir konnten uns sicher sein, dass unsere schriftliche Fürbitte mit einem beigelegten Entgeld tägliche Beachtung bei den Gebeten der Nonnen finden würde. Das Kloster wurde im Jahr 2009 eröffnet und anfangs befand sich hier nur ein grösseres Gebäude mit Paraclis oberhalb des jetzt neu errichteten Komplexes. Der neue Klosterbau, vierseitig umschlossen mit innen stehender Klosterkirche, wurde in den zwei zurückliegenden Jahren im Eiltempo errichtet. Die einstigen Wohnhäuser der Nonnen wurden wieder abgerissen, so dass sich das neue Anwesen wunderschön in die Landschaft einfügt. 

 

Und wir legten nach ...

... Eine weitere Pomana machten wir im 3 km entfernten Mönchskloster Manastirea Sf. Ierarh Nectarie. Auch in diesem Kloster sind die Bauarbeiten nun weitgehend abgeschlossen. Nur das Paraclis wird noch mit der Innenbemalung ausgestattet. Mit dem Bau dieses Klosters wurde im Jahr 2008 begonnen. Seit einem Jahr etwa ist ab Manastirea Sf. Spiridon der Zugang für Frauen zum Mönchskloster verwehrt. Schilder zu beiden Seiten des Wegs weisen darauf hin. ... Mit der jetzigen Grundlage konnten wir unsere Novemberreise beginnen. Rückwirkend können wir sagen, dass die Mönche und Nonnen ihre Arbeit wirklich gut gemacht haben, denn so ziemlich alles den Urlaub betreffend, verlief einfach nur super! Aber dazu dann mehr auf dem künftigen Treffen der Rumänienfreunde am Wochenende nach Ostern 2016 im Thüringer Wald! ... An dieser Stelle wollen wir uns ja NUR dem Umland der Comuna Ramet widmen ... 

 

Altes Bauernhaus in Floresti

Gemeinsam mit Alba Cornel ging es am nächsten Morgen zum höchst gelegenen Dorf der Gemeinde Ramet. Auf dem Fahrweg von Ramet nach Bradesti zweigt kurz vor Bradesti eine steil ansteigende Serpentine ab. Der Weg ist nur mit einem Allradfahrzeug befahrbar! Floresti liegt auf einem Höhnenniveau von 1000-1100 Meter. Hier leben und wirtschaften nur noch wenige Familien. ... 

 

Valea Poienii ...

Weiter ging unsere Tagestour zu einem isoliert gelegenen Hof in Valea Poienii. Hier lebt die Taufpatin von Cornel und deren Sohn Maxa, welcher in einer Grotte unterhalb des Anwesens eine Destille betreibt. Erst am Vortag und bis tief in die Nacht hinein hat Maxa wieder neuen Schaps gebrannt. Ein Nachbar ist bereits vor Ort, um die Qualität des doppelt gebrannten Pflaumenschapses zu begutachten. Auch wir wurden zur Verkostung eingeladen. Hans und ich bewunderten dann erst einmal die uralten Bienenkörbe oberhalb des Hofes und natürlich fragte ich bei der Mutter von Maxa nach, wie denn hier der Speck bereitet und konserviert wird. Flux wurden wir ins Haus geladen und mussten gar drei Sortimente an Speck verkosten. Mit dieser Grundlage stand dem Besuch weiterer Höfe nichts mehr im Wege, was auch geschah ...

 

Bradesti ...

Hier in Bradesti besuchten wir zum späteren Nachmittag Familie Boc. Nach einigen Gläsern einer sehr guten Tuica stachelte Cornel dann Victor Boc etwas an. Dieser ging ins Nebenzimmer und kam gleich mit zwei Geigen zurück. So stimmten sich Cornel und Victor ein und boten uns ein wunderschönes Kurzkonzert! Victor spielt noch um einiges kraftvoller auf seiner Geige als wollte er die Mädels aus dem Nachbardorf herbeilocken. Derweil klingelte Cornels Telefon. Victorita erkundigte sich, wenn wir denn zum Abendbrot kommen. ... All das erleben wir in einem "bewohnten Gebirge" von denen es so nur wenige Kulturräume in den rumänischen Karpaten gibt. Insbesondere der mittlere Abschnitt des Trascau-Gebirges (Muntii Trascaului) ist stark durchsetzt von unzähligen isoliert gelegenen Höfen. 

 

Natur pur ...

... zwischen den Siedlungsgebieten. Wir sind auf dem Weg zu zwei Höhlen innerhalb der wild zerklüfteten nördlichen Felsflanken über Cheile Rametului. In der Ferne zeichnet sich die Silhouette der Südkarpaten ab, während das gesamte Siebenbürger Becken von dichten Wolken eingehüllt ist. Indes ist es hier so warm, dass wir hätten kurze Hosen tragen können. Anbei konnten wir während der Wanderung auch Forschungsergebnisse liefern, so z.B. dass Wasser-trinkende Wanderer (Hans) einen höheren Flüssigkeitsverlust aufzuweisen haben als Biertrinker (Willi)! ... Gegenüber der Schlucht sieht man den aufragenden Gipfel der Piatra Cetii (1233 m/ rechts der Bildmitte), ein magischer Gipfel und auch von historischer Bedeutung. Rechts daneben blickt eine kleine Pyramide hervor, es ist die Piatra Craivei (1078 m). Weiter rechts (nicht im Bild) gegenüber der Cheile Rametului befinden sich die hoch gelegenen Streudörfer Dealu Geoagiului, Botani, Iliesti, und und und ... traumhaft ... oh je, ich schweife schon wieder ab ... Entschuldigung liebe Adventskalenderbesucher. ... Also zurück zu den Höhlen und zurück zur Comuna Ramet ...

 

Die erste Höhle...

... besteht aus zwei grossen Portalen. Der linke Zugang führt zunächst in eine grosse Galerie, es folgt ein schmaler Durchschlupf und weitere enge Passagen, bis wieder ein grösserer Raum folgt. Später gelangt man an einen Schacht, der ohne Seil nicht zu begehen ist. Das rechte Höhlenportal (oberes Foto) führt in eine grosse durchgehende Galerie. Inmitten dieser befindet sich ein grösserer Stein den man sich etwas genauer ansehen sollte. Teile der Oberfläche geben zahlreiche dreieckige Kristallstrukturen frei. Sehr schön anzusehen. ... 

 

Pestera cu Apa ...

Wir irren noch ein Stück weiter über wilde Felsklippen und erreichen schliesslich die "Pestera cu Apa". Ein mannshoher Zugang führt in die Höhle. Über ca. 80 m verläuft hier eine sich stetig verengende Galerie mit schönen Kalkformationen. Beide Höhlen haben an ihren Zugängen keine Signatur und nur wenige Bergbauern kennen die Lage der Höhlen. Bevor ich mit Cornel vor einigen Jahren erstmalig dort war, hatte er vorab in den Streudörfern Erkundigungen eingezogen. Ein Bergbauer erwähnte die zweite Höhle als "Pestera cu Apa" weil hier je nach vorausgehenden Niederschlägen ein kleines Rinnsal fliesst ... oder eben wie in unserem Fall, nach einer längeren Trockenperiode nur noch kleine Pfützen verblieben sind. 

 

Blick vom Vf. Trascaului (1217 m) ...

Wir sitzen kurz unterhalb des Gipfels über steil abfallende Felswände. Der Blick gen Ost zeigt den tiefen Felseinschnitt der Cheile Manastirii, hinter welcher sich das bekannte orthodoxe Kloster "Manastirea Ramet" befindet. Die linken Felsflanken steigen empor Richtung Vf. Plesii (1250 m), die rechten Flanken hinauf bis zum Vf. Prisecii (1150 m). Dort drüben befinden  sich die Streudörfer Tecsesti und Raicani ... ebenfalls traumhaft, aber das ist schon wieder ein ganz anderes Kapitel ... 

 

Futter für´s Vieh

Typisch in dieser Gegend sind die Scheunen mit den mit Stroh eingedeckten Dächern, sowie die riesigen Strohmieten davor. Von diesen Futterreserven hängt in den Wintermonaten das Überleben der Tiere ab. Hier finden wir noch den alten lebenserhaltenen Kreislauf einst autark lebender Menschen, die mit wenigen Naturressourcen über Jahrhunderte ihr Ein.- und Auskommen hatten. Der bergbäuerliche Kreislauf Mensch-Nutztier-Weideland hatte hier auf den Höhen der weitläufigen Bergflächen eine gute Basis. Heute findet dieses alte Lebensprinzip ein rasantes Ende. Die EU-dominierte industrielle Agrarpolitik hat für diese alten Lebensformen keinen  Platz mehr und so sind es oft nur noch die Alten, die ihr Leben so zu Ende führen, wie sie es einst von ihren Eltern über viele Generationen übernommen hatten. Dieses Leben war von speziellen Sitten und Bräuchen begleitet, was zugleich die Identifikation mit einer speziellen Volksgruppe bedeutete. Je nach dem, welche wirtschaftlichen Grundlagen entscheidend waren (Viehzucht, Ackerbau, Holzhandwerk, Bergbau, oder auch Mischformen), gestalteten sich Brauchtümer und Festlichkeiten; je nachdem was für Landschaften die Menschen umgaben (Küste, flaches Land, Bergalmen oder tiefe Wälder) gestalteten sich alte Sagen und Mythen; je nachdem was für Glaubensformen einst Einzug hielten, entwickelten sich regionale Riten und Wertigkeiten (bei Geburt, Hochzeit, bis hin zum Tod) ... 

Wir können dazu stehen wie wir wollen, mit der fortschreitenden Globalisierung und ihrer damit einhergehenden industriellen Unterhaltungskultur sind wir nicht mehr Herren unserer selbst. Die süssen Verlockungen der Moderne haben uns unserer Wertigkeiten weitgehend beraubt, die wir mit purer Konsumtion und heute auch mit Facebuckeliger Selbstdarstellung (nicht negativ oder positiv bewertet!!!) bestens auszugleichen instande sind. Das heutige Normativ ist nicht mehr die Stetigkeit, sondern Veränderung ... und viele Menschen wissen gar nicht, dass es einst ein anderes Leben gab. Rumänien verfügt NOCH über diesen unendich grossen Schatz, eben dieses alte Leben der Stetigkeit erleben zu dürfen ... auch wenn die Kulturpolitiker sich dieses unglaublichen Schatzes, dieses einmaligen rumänischen Schatzes, nicht bewusst sind und scheinbar täglich "Brote des Vergessens" vertilgen. Ja ja die "Brote des Vergessens" ... aber dazu kommen wir noch ...

 

Futter für´s Mensch

Nach einer Bergtour mit Cornel fuhren wir Richtung Valea Uzei über einen wilden Feld.-und Waldweg und gelangten an ein isoliert gelegenes Gehöft. Cornel erblickte unsere Neugierde und hielt spontan an. Eine alte Dame trat neugierig vor´s Haus und Cornel stellte uns vor. Wenig später kam die hübsche Tochter ebenfalls herbei und wir wurden in das kleine Küchenhäuschen geladen. Ganz spontan wurden zuerst die Gläser auf den Tisch gestellt, es gab ... oh Gott wir sind schon abhängig (!) ... eine straffe Tuica und später kam die kleinere Flasche mit der leckeren Afinate auf den Tisch. Zu Essen stelle man uns zuerst Brot, Speck, Käse und Zwiebeln bereit und dann kam diese leckere Sülzspeise auf den Tisch. Zum Schluss dann noch Gebäck. Zwischendurch immer wieder T... Nein, das war kein Frühstück, kein Mittag und auch kein Abendbrot, es war einfach nur eine nette Geste der Gastfreundschaft, die einem mitunter sogar auf dem nächsten Gehöft erneut "widerfahren" könnte. Wir sind so unendlich dankbar, Multumesc foarte mult!

  

 

Valea Inzelului ...

Ein anders Jahr war es, wo Hans, Christian und meine Wenigkeit erneut Comuna Ramet besuchten. Mir ist seit Jahren schon immer aus der Ferne ein steil aufragender Felsen aufgefallen und diesmal wollten wir diesen gemeinsam besteigen. Wir fuhren ein Stück des Wegs in das Streudorf Valea Inzelului. Dann aber ging es über kleine Pfade weiter zu Fuss, vorbei an wunderschönen alten Bauernhäusern und einer noch funktionierenden Mühle. ...

 

Vf. Butanului (1052 m) ...

Wir verlassen das Tal und steigen links aufwärts zum Vf. Butanului. Viele Bauern der Umgebung bezeichnen den Berg auch als "Bulzu". Linksseits des Vf. Butanului ragt eine weitere Felsformation empor, die Coltu Plesii (nicht imBild). Aber die bewandern wir auf einer anderen Route dann mal später! Es sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, wir befinden uns auch hier an dieser Stelle in einem ganz normalen Dorf!

 

Nebenweg ...

Über wechselnde wilde Pfade kommen wir Stück für Stück unserem Ziel immer näher. Auch hier gibt es einige versteckt gelegene Anwesen. ...

 

Auf dem Vf. Butanului ...

Geschafft! Wir haben 360°-Rundumblick. Gen Nord blicken wir auf die ferne Piatra Secuiului (Bildmitte). Lange verweilen wir auf dem schmalen Grat des Vf. Butanului. 

 

Alba Cornel und seine zwei Töchter

Auf unseren Wunsch hin haben die Töchter ihre Tracht angezogen. Vielleicht sollte man an dieser Stelle anmerken, dass die hier lebenden Menschen sich als Mocani bezeichnen. Grundsätzlich gibt es im Apuseni-Bergland drei sich verbindende Volksgruppen: Mocani, Moti, Topi. Alle drei lassen sich aber auch als Moti / Moten (sprich: Motzen) zusammenfassen. Aber man sollte z.B. nie einen Moti als Mocani bezeichnen :-) ... In der traditionellen Baukultur ihrer mit Stroh eingedeckten Holzhäuser und Stallungen unterscheiden sich die drei Volksgruppen nicht. Auch die Bräuche und Sitten sind weitgehend ähnlich. Aber dies zu vertiefen, würde schon wieder ein ganz neuen Adventskalenderbeitrag erfordern. Es sind nun einmal nur 24 Tage :-) ... :-( ... 

 

Valea Uzei ...

Mitten in einem weiten, steil absteigenden  Tal, steht eine einsame alte Kirche. Aber das Bild trügt, dieses Tal (Valea Uzei) ein ebenfalls ein Dorf mit weit verzweigt liegenden kleinen Höfen. Kleine Fußpfade führen kreuz und quer und der unerfahrene Fremde kann da schon in arge Bedrängnis geraten. Aber zum Glück gibt es überall einzelne Höfe, wo man einkehren, eine Tuica trinken und ein Speischen einnehmen kann und dann wieder auf den rechten Pfad geleitet wird. ...

 

Valea Uzei ...

Im oberen nordwestlichen Abschnitt des Uzei-Tals befindet sich dieses wunderschöne Holzhaus. Hierher gelangt man über schmale Pfade. Von Ramet aus empfielt sich eine schöne Tagestour: Man folgt zunächst vom Ortszentrum Ramet der Dorfstrasse Richtung Bradesti. Hinter dem absteigenden Felsband windet sich die Strasse dann irgendwann nach links. Man kommt an einer Bushaltestelle vorbei. Die Strasse folgend, kommt eine weitere Bushaltestelle. Hier kann man linksseits recht effizient in die Valea Uzei absteigen. Das Tal endet in der Valea Geoagiului, wo man linksseits (talwärts) Richtung Manastirea Ramet gelangt. Kurz vor dem Kloster kommt zur rechten Seite ein Magazin Mixt, wo man eine kleine Getränkepause einlegen kann. ...

 

Im mittleren Abschnitt der Valea Uzei ...

... kommt man an diesem schönen Anwesen vorbei, dass noch von einer alten Bäuerin bewirtschaftet wird. ...

 

Die Landwirtschaft ...

in Valea Uzei, wie überall auf den Gebirgshöhen der Muntii Trascaului bietet nur ein spärliches Einkommen. Auf die kargen Kalkböden wird im zeitigen Frühjahr der über die Wintermonate angesammelte Mist als Dünger ausgebracht. Angebaut werden hier vorzugsweise Kartoffeln. Des weiteren für den Hausgebrauch Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, ... Auf den Höhen bei Olteni wird sogar Weizen angebaut. Maisanbau findet man nur abschnittsweise vor. Da sich die kleinen Felder inmitten des Gebirgslandes befinden, widerfahren den Bauern häufig grosse Schäden durch Wildschweine und Rehe, welche zwar bejagd werden, wobei die Wildbestände aber dennoch einen recht konstanten Fortbestand aufzuweisen haben. 

 

Manastirea Ramet

Die Gründung des Klosters ist noch nicht endgültig geklärt. In der alten Klosterkirche fand man unter einer Farbschicht ältere verdeckte Inschriften, die auf das Jahr 1377 hinweisen. Hier im Kloster leben und arbeiten mitunter bis zu 120 Nonnen und weitere Angestellte. Das Klosteranwesen gehört mit zur Gemeinde Ramet. Bei Kommunalwahlen haben die vielen Nonnen einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Wahlergebnisse. Mitunter sind die Interessenlagen der Klosterbewohner andere als die der Bergbauern. Eine ganz interessante Gemengelage also. Wir sind aber hier, um die Wanderung von Ramet über Valea Uzei und Valea Geoagiului fortzusetzen. Direkt hinter dem Kloster steigt ein unbefestigter Fahrweg in Serpentinen nach Ramet empor. ...

 

Cheile Manastirii

Beim Aufstieg über die Serpentinen hinauf nach Ramet bietet sich ein schöner Ausblick auf die Cheile Manastirii. Im Hintergrund  sieht man die Felsflanken der Cheile Rametului. Zu Fuß geht man ca. 1 Stunde bis hinauf zum Gemeindezentrum. ... Es zweigen auch einige Nebenwege ab, die ebenfalls hinauf nach Ramet führen. Egal wo man geht, die Faustregel heisst: Immer bergauf, bis man an die Fahrstrasse von Ramet gelangt. ... 

 

Blick durch´s Tele von der Hochstrasse kurz vor Ramet ...

auf die ferne Cheile Rametului. Im nahen Magazin Mixt kann man eine Trinkpause einlegen und die Stimmung des Dorflebens geniessen. Mitunter macht man hier neue Bekanntschaften.  Bei meiner ersten Anreise nach Ramet vor vielen Jahren machte ich ebenfalls Halt im Magazin Mixt und lernte so Alba Cornel kennen, der mich spontan zu sich nach Hause eingeladen hatte. ... Aber kommen wir zurück zur "kleinen Tagestour" ... Wenn es noch früh am Nachmittag ist und körperliche Reserven vorhanden sind, dann lohnt nahe des Magazin Mixt der Aufstieg zu den hohen Felsklippen unterhalb des Vf. Plesii. Klar, dass man dann auch noch die restlichen Meter über eine Hochweidefläche zum Plesii-Gipfel geht. ...

 

Auf den Felsklippen ...

... unterhalb des Vf. Plesii.  Derweil rücken im Frühjahr und Herbst die Abendstunden näher. Noch vor dem Sonnenuntergang sollte man den Plesii-Gipfel rechtsseits ein Stück umgehen. ...

 

Von der Abendsonne angeleuchtet ...

... die fernen Klippen der Piatra Secuiului. Einfach nur schön. Hier kann man nun einer Hochweidefläche weiter rechtsseits folgen, bis diese in einer Waldschneise endet. Man gelangt auf einen nach rechts absteigenden Kammweg und nach kurzer Zeit ist man schon am Hof von Familie Alba in der Valea Fagetului angelangt. Pünktlich zum Abendbrot sozusagen :-) !!! 

 

Olteni

Ein Teil der Ortschaft Olteni befindet sich direkt auf einem Bergkamm. Auch in diesem Streudorf der Comuna Ramet gibt es noch 2-3 schöne alte Holzhäuser mit Strohdach. 

 

Altes Holzhaus ...

in Olteni.  

 

Wo sind doch nur die Schnapsgläser?

Während Cornel nach einem schönen und erlebnisreichen Tagesausflug die Tuica eingiesst, hat Victorita bereits den Teig für die "Brote der Vergessenheit" vorbereitet. ...

  

 

Das "Man in Black-Prinzip" ...

Ja liebe Rumänienadventskalenderbesucher, nun fragt ihr euch sicher, warum nicht schon mehr Menschen diese wunderschöne Gegend besucht haben. Die Antwort ist ganz einfach, es sind die "Brote der Vergessenheit" ... eine Spezialität, die es wirklich nur hier in Ramet gibt. Schaut einmal gaaaanz tiiieeeff in den Brotteig ... und noch bevor Victorita Alba das Brot in den Ofen steckt, verbrennt auch schon alle Erinnerung an Comuna Ramet!!! ... Seht ihr, es funktioniert ... ihr wisst nicht mehr was ihr gerade gesehen und gelesen habt??? Dann fangt einfach oben wieder an ... :-) !!! Vielleicht warst du oder du oder du auch schon einmal in Ramet und hast Victorita beim Brotbacken zugeschaut?! Wenn du also bei einem Besuch in Ramet so ein Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit verspürst, dann weisst du jetzt wo´s her kommt!!!

Frohe Weihnachten allen Rumänienfreunden und solchen die es werden wollen, wünscht Karpatenwilli ... der nur rein zufällig "Scherz" heißt ...