Der Rumänienadventskalender geht fremd -

mit noch mehr Hüten aus Ungarn

Der Hutmacher Mihalko aus der Pusta

von den  Wölfen aus Crottendorf


Nach 25 Jahren waren wir mal wieder mit dem Wohnwagen quer durch Ungarn  unterwegs. Wie zu DDR-Zeiten!

Das war unser Plan und ich muss sagen, das war nicht der Schlechteste. Über Pannonhalma, Keszthely, Balaton und Estergom ging es bis in die Pusta. In Hortobagy an der "Neunbogigen Brücke" fanden wir einen Campingplatz. Leider sind hier in den letzten  25 Jahre achtlos vorbeigerauscht.

     

Es war alles in einem desolaten Zustand, doch ich erfuhr von einem Hutmacher im 20 Kilometer entfernten Balmazujvaros. Leider hatte ich keine Adresse, aber ich dachte mir, so groß kann der Ort nicht sein.

Schließlich haben wir in Rumänien schon ganz andere Sachen gefunden. Aber ohne Sprachkenntnisse war es dann doch  nicht so einfach, da das Örtchen "nur" 17000 Einwohner hatte. Es nannte sich auch noch „Neustadt auf dem Heiduckenboden“.

Nach längerem Suchen  gelangte ich dann doch an die richtige Adresse .

 

Am Eingang zierte die Hausnummer ein geschnitzter Hut. Ein freundlicher Mann öffnete und lud mich sogleich in sein Haus ein.

 

 Es war Mihalko Gyula, der Hutmacher. Schon sein Urgroßvater stellte Hüte für die Kuhhirten, die Pferdehirten, die Schäfer und die Hirten in der südungarischen Kiskun-Region her.

 

Mit viel Geduld zeigte er mir die Herstellung eines Hutes. Das Hutmacher- Handwerk ist eine schwere Arbeit.

       

 

Als erstes zerschlägt man mit einem Art Geigenbogen die Schafwolle in feine Fasern. Diese werden dann zusammengeknetet. Ein Hut wird umso stärker, je kräftiger man die Wolle zusammenknetet.

 

 

 

Die vorbereitete Wolle wird zweigeteilt und mit einem Spezialwerkzeug aufgelockert und anschließend in eine Form gepresst.

 

 Aus vier vorgepressten Teilen wird ein Hirtenhut hergestellt. Mit Hilfe eines speziellen Filzverfahrens wird dann die Hauptform hergestellt.

 

 Nun wird diese Hauptform 2 Stunden im heißen Wasser geknetet. Hier zieht sich das Material zusammen und verdichtet sich. Diese kommt auf eine Holzform welche in ein Farbbad getaucht wird. Anschließend wird alles getrocknet. Dann wird der Hut gebügelt, geschmückt und genäht.

 

Bei Mihalko können Hüte jeder Art bestellt und besichtigt werden.