So ist die Aninaer Kohle aufgefunden worden

ausgesucht von Richard Kreiling

Bild gezeichnet Béla Wischnat

 

Wissen Sie, wer die Aninaer Steinkohle gefunden hat?

Ein Schwein.

 

Die Steinkohle war ganz nah an der Oberfläche gelegen, nur mit einer dünnen Grasschicht bedeckt,

und das Schwein hat mit seinem Rüssel die Scholle von der Kohle fortgewühlt.

Zufällig machten die Schweinshalterbuben von Steierdorf gerade an der Stelle,

 wo das Schwein die Steinkohle bloßgelegt hatte, ihr Lagerfeuer.

 Auf einmal merkten sie, dass der Stein unter ihrem Feuer brennt!

 Ein Bub nahm ein Stück von dem „schwarzen Stein“, der brennen kann, mit ins Dorf und zeigte ihn seinem Vater.

Der Vater, ein Holzschläger namens Nikolaus Hammer, zog sein Sonntagskleid an, wickelte den Stein in ein Schnupftuch und

 trug ihn zu der Königlichen Bergdirektion nach Orawitz. Als die Herren den Stein sahen, wurden sie auf einmal sehr freundlich.

Sie klopften dem Mann auf die Schulter und ließen ihm bei der Kasse eine Belohnung von fünfzig Gulden auszahlen.

So ist die Kohle von Anina aufgefunden worden. Das war im Andreasgraben im Aninaer Tal.

Dort wurde der erste Schacht, der Purkaru-Schacht, geteuft. Purkar bedeutet auf Rumänisch Schweinshalter.

Aus: Alexander Tietz, Märchen und Sagen aus dem Banater Bergland, Kriterion Verlag Bukarest, 1976